Mein Leben war, die Zeit auf der Gstätten zu verbringen

Flößlerteich, 1940er Jahre (Foto: Archiv Bezirksmuseum Favoriten)

Ich bin am Laaer Berg aufgewachsen. Für mich war es toll dort. Es war das Schönste, was man sich nur vorstellen kann. Mein Leben war, die Zeit auf der Gstätten zu verbringen und sich selber die Fußballfelder aufzustellen. Im Sommer waren wir nur baden. Wir sind in der Früh hingefahren und am Nachmittag sind wir dann nach Hause gekommen, völlig rotbraun gebrannt. Ich bin ja nie auf Urlaub gefahren, weil wir nicht so viel Geld gehabt haben, aber für uns war das der reinste Urlaub. Es war toll! Mein größtes Geschenk war ein Dusika, ein Juniorrad. Wir sind dann immer wieder zu den unterschiedlichsten Teichen gefahren und sind herum gedüst, wie die Einser. Es war so, wie man es sich im Cliché vorstellt, aufzuwachsen: Kirschen fladern, Zelte aufbauen, schwimmen gehen, Leute belästigen, grillen. So etwas gibt es überhaupt nicht mehr. Ich kann mich erinnern, dass es einen Wirt gegeben hat, der ganz toll war. Da war so ein Geländesprung. Man ist oben gesessen und dann konntest du das ganze Panorama bis zum Schneeberg sehen und vor dir war die Gstätten. Das war unser Leben und das trägt man in sich.

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